Auf dem Prüfstand – 7 Fragen an unser Labor Raumklima

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„Einen stetigen Optimierungs- und Lernprozess beibehalten“, so beschreibt Matthias Schamm, Leiter Labor & Qualitätssicherung Raumklima bei Kermi, seine tägliche Arbeit. Im Interview erklärt er uns, wie die Qualität der Produkte in der Heizungsindustrie gewährleistet wird und welche Maßnahmen Kermi dafür ergreift. 

Herr Schamm, was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Labor & Qualitätssicherung Raumklima“?

Matthias Schamm: Wir hier im Labor befassen uns mit verschiedensten Prüf- und Versuchsvorgängen bei unseren heiztechnischen Produkten. Prüfungen werden in allen Stadien des Produktlebens vorgenommen: In der Ideenphase, bei der Entwicklung, vor der Markteinführung, während der serienmäßigen Produktion, bei der technischen Reklamationsbearbeitung. Im Rahmen der Qualitätssicherung sorgen wir dafür, dass ergänzend zu den Wareneingangsprüfungen regelmäßig der Zustand unserer Lieferteile geprüft wird und z.B. alle Prüfmittel, die die Qualität unserer Produkte beeinflussen, regelmäßig gewartet und kalibriert werden. Dabei spielen besonders Teileprüfungen eine entscheidende Rolle. Werkstoffe und die daraus gefertigten Teile aus unseren eigenen Fertigungsprozessen und von unseren Lieferanten verschiedenster Art werden so bereits im Vorfeld auf ihre Eignung und Anwendbarkeit für unsere Produkte geprüft. Hier kann es durchaus passieren, dass Teile, welche uns anfangs als geeignet erschienen, sich nach verschiedenen Prüf- und Versuchsabläufen als nicht verwendbar erweisen oder weiter optimiert werden müssen.

Wie kann man sich einen solchen Prüfvorgang vor Verkauf eines Produktes am Beispiel eines Heizkörpers nun vorstellen?

Mattias Schamm: Für alle Prüf- und Zertifizierungsvorgänge ist die Einhaltung verschiedener Richtlinien von großer Bedeutung. Hierzu gehört unter anderem die Richtlinie des Deutschen Institutes für Gütesicherung und Kennzeichnung, die RAL. Als Vorbereitung für die externe Zertifizierungsmaßnahme werden bei uns im Haus alle Heizkörper nach dieser Richtlinie und der darin enthaltenen Normen geprüft. Es werden beispielsweise Heizleistung, Druckbelastbarkeit, Maße und Beschichtung unter die Lupe genommen. Darüber hinaus können wir unsere Heizkörperbefestigungen als besonders sicher einstufen. Diese sind alle nach der VDI 6036, der dafür geltenden Richtlinie vom Verein Deutscher Ingenieure, geprüft.

Gibt es nun Möglichkeiten, die Lebensdauer eines Heizkörpers zu verlängern beziehungsweise das Risiko von Störfällen zu minimieren?

Matthias Schamm: Die wichtigste Empfehlung ist eine regelmäßige Wartung durch Fachpersonal. Beim jährlichen Besuch des Heizungsbauers muss die Dichtheit aller Komponenten, einschließlich der Wärmeüberträger sowie der Anlagendruck kontrolliert werden. Auch das etwaige Entlüften der Heizkörper und die Funktionsprüfung des Ausdehnungsgefäßes werden vom Fachmann übernommen.

Welche Kriterien sind nun explizit für die Qualitätssicherung bei Kermi von entscheidender Bedeutung?

Matthias Schamm: Bleiben wir beim Beispiel unserer Heizkörper. Als Standardqualitätsanspruch setzen wir die Einhaltung der genannten Normen voraus. Zusätzlich haben wir einen sehr hohen Anspruch, was die Beschichtung unserer Heizkörper angeht. Da wir von einer Betriebsdauer unserer Produkte von über 30 Jahren ausgehen, möglichst ohne Reklamations- und Störungsauftreten, spielt neben „Wärme abgegeben“ und „dicht bleiben“ die Qualität der Beschichtung unserer Wärmeüberträger natürlich eine wesentliche Rolle, sie sollen weiß und ohne Rost bleiben.

Mit welchen Herausforderungen wird ihr Labor-Team im Bereich der Forschung und Entwicklung täglich konfrontiert?

Matthias Schamm: Das sind einige. Besonders die Vielzahl der verschiedenen Aufgaben sowie deren Komplexität stellen uns jeden Tag vor neue Herausforderungen. In einem Industriebetrieb unserer Größe spielt vor allem die Flexibilität eine entscheidende Rolle. Prozesse sollten schnell auf neue Technologien angepasst werden. Das Produktprogramm von Kermi wird laufend erweitert, was natürlich für uns und auch andere Bereiche des Unternehmens einen stetigen Optimierungs- und Lernprozess erfordert. Auch aktuelle Vorschriften und Regelungen müssen wir im Blick behalten, um schnellstmöglich darauf reagieren zu können.

Der größte Teil des Laborteams rund um Interviewpartner Matthias Schamm. (links im Bild)
Der größte Teil des Laborteams rund um Interviewpartner Matthias Schamm. (links im Bild)

Und wie viele Mitarbeiter/-innen umfasst Ihr Team?

Matthias Schamm: Das Team im Labor & Qualitätssicherung Raumklima besteht momentan aus 10 Mitarbeitern, welche jeweils für verschiedene Bereiche unseres umfassenden Aufgabenspektrums verantwortlich sind. Grob gesagt, gliedern sich unsere Maßnahmen in die Prüfung, Fehlervermeidung sowie auch in administrative Aufgaben. Beispielhafte Tätigkeiten wären die Durchführung einer Leistungsprüfung, technische Versuche, die Erstbemusterung neuer Lieferteile oder auch verschiedene Sonderprüfthemen. Ziel ist dabei immer, einen stetigen Lernprozess beizubehalten, um Schwachstellen in der Zukunft gleich gar nicht entstehen zu lassen.

Zu guter Letzt würde mich noch interessieren, Herr Schamm, was Sie an Ihrem Team am meisten schätzen?

Matthias Schamm: Da gibt es vieles. Grundsätzlich schätze ich besonders das Team an sich. Also die gute und meist auch schon langjährige Zusammenarbeit. Der größte Teil unserer Abteilung arbeitet bereits schon viele Jahre in dieser Konstellation zusammen – so weiß man, dass man sich immer aufeinander verlassen kann und meistert die Herausforderungen gemeinsam. Natürlich bringt unser Team auch sehr viel Fachwissen mit. So finden wir auf alle Fragen eine Antwort. Das macht den Arbeitsalltag spannend und man kommt jeden Tag wieder gerne hier her.

Vielen Dank für das Interview, Herr Schamm.

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