Clever heizen mit Strom – 3 Möglichkeiten für unterschiedliche Anforderungen

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Heizen mit Strom war lange verpönt: Elektroheizungen galten als Stromfresser, die die Stromrechnung erhöhten. Das Heizen mit wasserbasierten Systemen – also oft der klassische Öl- oder Gaskessel – stand deshalb im Vordergrund. Auch optisch waren Elektroheizkörper oder Nachtspeicheröfen meist wenig ansehnlich. Heutige elektrische Heizlösungen sind da ganz anders und haben durchaus ihre Daseinsberechtigung – welche Möglichkeiten es gibt und wann sie sich für wen lohnen, habe ich für euch zusammengefasst.

Beitragsserie Teil 2: Das 3×3 für ein energieautarkes Haus

Heizen mit Strom – lohnt sich das?

Erst im letzten Blogbeitrag habe ich euch berichtet, dass Strom so teuer ist wie nie. Du fragst dich also zurecht, ob es eine gute Idee ist, mit Strom zu heizen. Pauschal lässt sich das nicht beantworten, denn es kommt auf deine individuelle Wohnsituation an. Entscheidend ist dein Heizbedarf und die Frage, ob du Eigenstrom aus einer Photovoltaikanlage verwendest.

Grundsätzlich gilt für deinen Heizbedarf: Ist dein Haus oder deine Wohnung gut gedämmt, musst du insgesamt weniger heizen. Bei geringem, kurzfristigem Heizbedarf können Elektroheizlösungen sinnvoll sein. Während bei wasserbasierten Heizungen das Warmwasser erst im Kessel erwärmt und dann durch die Rohrleitungen in den Heizkörper gelangt, sorgt Strom direkt im Heizkörper für schnelle Wärme. So kannst du dein Bad kurz vor dem Duschen auf Kuscheltemperatur bringen oder kalte Füße im Homeoffice einfach vertreiben. Praktisch sind elektrische Heizkörper auch im Herbst oder Frühling, wenn du tagsüber keine Heizung benötigst, es aber morgens und abends doch noch zu kühl im Bad ist. Energetisch wäre es unsinnig, für eine halbe Stunde Heizen die Heizungsanlage komplett anzuschalten. Eine Elektroheizung dagegen kannst du einfach einstecken!

Wirklich attraktiv wird eine Elektroheizung angesichts der hohen Strompreise, wenn du Eigenstrom aus einer Photovoltaikanlage verwendest. Dann kannst du für schnelle Wärme den umweltfreundlich produzierten Strom optimal selbst nutzen und hast keine Stromkosten. Das ist nicht nur finanziell attraktiv, sondern kann auch optisch etwas hermachen. Deshalb möchte ich dir drei Elektrolösungen vorstellen.

3 Möglichkeiten mit Strom zu heizen

1. Elektroheizkörper: Blickfang und Alltagshelfer
Elektroheizkörper spenden in Bad oder Küche schnell Wärme, trocknen die Handtücher und können ein richtiger Hingucker sein. Dank einer großen Auswahl an Farben und Formen kannst du mit Heizkörpern deinen Wohnraum ganz einfach (um)gestalten. Lass dich von unseren Fotos inspirieren:

 

Übrigens: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Elektrodirektheizungen und Elektrospeicherheizung?
Elektrodirektheizungen wie unsere Modelle geben die Wärme direkt ab. Deshalb heizen sie sehr schnell und flexibel. Infrarotheizkörper wie Elveo punkten zudem mit einem hohen Anteil an angenehmer Strahlungswärme. Was das genau ist, haben wir im Beitrag Was bedeutet eigentlich…? 10 Fachbegriffe rund um den Heizkörper erklärt. Auch Elektrospeicherheizungen erzeugen Wärme mit Strom. Sie speichern diese aber für den späteren Gebrauch. So können sie günstigen Nachtstrom nutzen, um dann am Tag die Raumluft zu erwärmen – eine entsprechende Heizplanung im Voraus ist dabei notwendig. Aber wer kostenlosen eigenen Photovoltaik-Strom nutzen kann, braucht sich über die Stromkosten ohnehin meist keine weiteren Gedanken zu machen.

2. Elektrofußbodenheizung: Nachrüstung leicht gemacht
Warme Füße, gleichmäßige Wärmeverteilung – viele wissen die Vorteile einer Fußbodenheizung zu schätzen! Diese Behaglichkeit kannst du auch mit Strom erzeugen. Das ist besonders dann praktisch, wenn du eine Fußbodenheizung nachrüsten willst. Denn eine Elektroheizmatte ist sehr flach, wird einfach unter den Fliesen verlegt und braucht keinen Heizungsanschluss. Weitere Nachrüstmöglichkeiten für eine Fußbodenheizung haben wir hier schon für dich zusammengefasst.

3. Wohnraumlüftung: Zuluft angenehm erwärmen
Mein dritter Tipp: Heize mit der kontrollierten Wohnraumlüftung! Die Lüftungsanlage sorgt für notwendigen Luftaustausch, damit in gut gedämmten Wohnungen kein Schimmel entsteht. In Räumen, die selten genutzt werden, wie zum Beispiel dem Hobbyraum im Keller, lohnt sich ein beheizbarer Zuluftdurchlass, wie Kermi ihn auf Wunsch bei den zentralen x-well Geräten anbietet. Durch ihn strömt die frische Luft bereits erwärmt ein und heizt den Raum schnell nach Bedarf. Auch ein optionaler Sole-/Luft/Erdwärmeübertrager kann bei zentralen Lüftungsanlagen für eine angenehmen Temperierung der einströmenden Außenluft sorgen – im Sommer wie auch im Wintern.

Mein Fazit: Heizen mit Strom lohnt sich vor allem, wenn du PV-Strom nutzen kannst. Da die Sonne aber nicht immer scheint und man häufig gerade dann heizen muss lohnt es sich, verschiedene Komponenten clever zu kombinieren. Wie du in drei Schritten zu einem besonders effizienten Konzept für dein Haus oder deine Wohnung kommst, erkläre ich dir im nächsten Beitrag.

Teil 1: Photovoltaik-Strom selbst nutzen – mit 3 Tipps den Eigenverbrauch optimieren

Teil 3: Energieautark leben – in drei Schritten unabhängig von Stromversorgern und fossilen Brennstoffen

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