Design und Funktion in perfekter Harmonie – 7 Fragen an unseren Produktmanager Designheizkörper

Kermi Interview Produktmanager
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„Das Design ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal“, so Florian Freundorfer. Er ist Produktmanager Designheizkörper bei Kermi und begleitete auch die Entstehung unseres neuesten Modells Elveo. Elveo ist nicht nur optisch ein Hingucker – als reiner Elektroheizkörper mit Infrarotstrahlung hat er auch technisch etwas zu bieten. Aber wie entsteht überhaupt ein Designheizkörper? Was ist zuerst da – das Design oder die Funktion? Spannende Antworten auf Fragen rund um Elveo lest du in unserem Interview!

Herr Freundorfer, schildern Sie uns die Geburtsstunde von Elveo: Wie kam es überhaupt zur Idee?

Florian Freundorfer: Für die Entstehung von Elveo waren mehrere Aspekte entscheidend: Wir wollten unser Portfolio gerne um einen hochwertigen Heizkörper erweitern, der mit einer neuen Technologie arbeitet. Deswegen entschieden wir uns für einen rein elektrisch betriebenen Infrarotheizkörper. Außerdem war es uns wichtig, einen Heizkörper einzuführen, der nicht 08/15 aussieht, denn davon gibt es bereits genug auf dem Markt. Elveo sollte etwas Besonderes sein. Mir hat Elveo auf den ersten Blick gut gefallen. Viele sagen, dass er vom Design her etwas an ein Smartphone erinnert (lacht).

Elveo ist mit einer weißen oder schwarzen Glasfront erhältlich. Dieses Jahr kam noch die Spiegelvariante hinzu. Wie kommt man darauf, dieses Material mit Heizen zu verbinden?

Florian Freundorfer: Das Design hat bei Elveo für uns einen sehr hohen Stellenwert. Außergewöhnlichkeit ist dabei unser Stichwort. Ich denke, das spiegelt sich auch in der Glasfront wider. Glas wirkt besonders edel und passt zu den Trends der aktuellen Wohngestaltung. Da Designheizkörper oft im Badezimmer untergebracht sind, kam die Idee mit der Spiegelfront schnell auf. So kann man quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Heizkörper und Spiegel in einem. Besonders praktisch ist natürlich, dass ein beheizbarer Spiegel bei steigender Luftfeuchtigkeit nicht beschlägt.
Neben der Glasfront entschieden wir uns bei Elveo für abgerundete Ecken und einen umlaufenden Aluminiumrahmen, der sozusagen einen seitlichen Einblick in die Technik verwehrt. So harmoniert er perfekt mit der aktuellen Formensprache der Wohngestaltung und ist ein besonderer Blickfang in jedem Raum.

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Abgesehen vom besonderen Design – Elveo ist ja der erste rein elektrisch betriebene Infrarotheizkörper im Portfolio von Kermi. Welche Vorteile ergeben sich aus der Technik?

Florian Freundorfer: Elveo ist ein typischer Strahlungsheizkörper. Die Infrarotstrahlen wirken direkt auf die Gegenstände und Menschen im Raum, was sich am ehesten mit Sonnenstrahlung vergleichen lässt. Diese Art von Strahlung soll auch einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden haben. Infrarothheizkörper zeichnen sich durch eine sehr geringe Aufheizzeit aus. Deswegen ist Elveo perfekt dafür geeignet, wenn schnell und punktuell Wärme benötigt wird, unabhängig von der Zentralheizung – zum Beispiel für die morgendliche Dusche. Für den Betrieb des Heizkörpers kann zum Beispiel der eigenproduzierte Strom der PV-Anlage verwendet werden, die sich heutzutage bei immer mehr Menschen auf dem Dach findet. Die geschickte Kombination mit einer Speichermöglichkeit und einer Wärmepumpe eröffnet zudem die Möglichkeit, weitestgehend unabhängig von fossilen Brennstoffen zu leben. Heizen mit Strom hat also echtes Zukunftspotenzial.

Welche Rolle spielt eigentlich der Produktmanager im Entwicklungsprozess eines Heizkörpers und an welchen Stellen kommt der Designer ins Spiel?

Florian Freundorfer: Wir Produktmanager stecken zusammen mit den Kollegen aus der Entwicklung sozusagen den Rahmen, in dem sich der Designer bewegen darf. Wir schauen von Anfang an darauf, was sowohl technisch umsetzbar ist als auch in einem angebrachten Zeit-Leistungsverhältnis steht. Ein externes Designbüro hat dann die Aufgabe, den Heizkörper nach diesen Vorgaben zu entwerfen. Gleichzeitig schaut dieses auch über den Tellerrand hinaus und lässt allgemeine Trends der Wohngestaltung, also auch aus anderen Marktsegmenten wie der Küche, in das Design einfließen. Wir bekommen dann meist mehrere Vorschläge, die wir intern diskutieren. Der Prozess von der ersten Idee bis zum fertigen Heizkörper dauert je nach Komplexität mehrere Monate oder auch Jahre. Bei Elveo sind wir flüssig durchgekommen.

Bestimmt ist es manchmal gar nicht so einfach, Design und Funktion im Heizkörper zu verbinden. Welche Herausforderungen gab es bei Elveo?

Florian Freundorfer: Unser Anspruch ist es ja immer, ein stimmiges Produkt auf den Markt zu bringen. Dabei stößt man schon mal auf Schwierigkeiten. Nehmen wir bei Elveo zum Beispiel die Funktion Handtucherwärmung, wofür Handtuchbügel an den Heizkörper angebracht werden können. Vom Designaspekt her gedacht war es wichtig, dass dieses funktionale Element beim Betrachter nicht den Anschein erweckt, einfach draufgebaut worden zu sein. Vielmehr muss es in seiner Biegung der Form des Heizkörpers folgen. Die Funktionalität muss also ins Design passen. Ich denke, das haben wir ganz gut umgesetzt (schmunzelt).

Haben Sie den Eindruck, dass den Menschen heute das Design ihrer Heizkörper wichtiger ist als früher?

Florian Freundorfer: Das kann man pauschal so nicht sagen. Die wachsende Auswahl an Designobjekten, auch im Bereich Eigenheim, macht es sicherlich einfach, sich mit der Thematik zu beschäftigen. Wenn es um Neubau geht, steht für viele in erster Linie die reine Funktionalität im Vordergrund. Bei der späteren Renovierung wird dann gerne ein etwas hochwertigerer Heizkörper gewählt und man legt einen größeren Wert auf das Design. Auch hier gilt: Außnahmen bestätigen die Regel und Geschmäcker sind natürlich verschieden. Generell sehen wir auch in den kommenden Jahren einen wachsenden Markt für Designheizkörper. Ebenfalls wird der Trend hin zu Elektro anhalten.

Geben Sie uns zum Schluss noch einen kleinen Einblick in zukünftige Heizkörperprojekte. Was wird als nächstes kommen?

Florian Freundorfer: Ich würde gerne wieder Heizkörper mitentwickeln, die es so im Wettbewerbsumfeld noch nicht gibt. Insbesondere das Design sollte ein Alleinstellungsmerkmal sein, denn „normale“ Heizkörper gibt es wie Sand am Meer. Wir im Produktmanagement denken immer zukunftsorientiert: Nach der Einführung eines Heizkörpers sind wir in Gedanken schon beim nächsten. Das liegt unter anderem auch daran, dass der Entwicklungsprozess ja eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Wichtig im Wettbewerb sind einerseits neue, innovative Ideen. Auf der anderen Seite dürfen wir unser Kerngeschäft nicht vernachlässigen. Hier überlegen wir uns zum Beispiel auch Re-Design-Möglichkeiten von bestehenden Heizkörpern.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Freundorfer!

 

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2 Antworten

  1. Uwe Küsters
    13. Oktober 2020 at 8:27

    Hallo, wann werden denn die X Therm2 Plan oder V Line Heizkörper in antrahzit metallic Strukturlack an geboten ? Derzeit nur e Modelle und Designheizkörper.
    Oder geht das auf Wunsch ??

    1. Sandra Beutlhauser
      27. Oktober 2020 at 16:20

      Hallo Uwe, danke für deinen Kommentar. Es ist zwar angedacht, die Strukturfarben auf das Flachheizkörpersortiment auszuweiten, zum jetzigen Zeitpunkt können wir allerdings noch keinen Verkaufsstart bekannt geben. Lange wird es nicht mehr dauern. 😉 Liebe Grüße, Sandra

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