Heiztechnik im Fokus: Wärmepumpenvielfalt – so behält man den Durchblick

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Steht ein Neubau oder eine Sanierung an, setzen sich Hausbesitzer automatisch mit der Vielfalt von Heizsystemen auseinander. In vielen Fällen entscheiden sie sich dafür, komplett unabhängig von fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas oder Kohle zu sein. Schließlich stehen heutzutage Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz auf dem Programm. Das schont zugleich auch das Portemonnaie. Wärmepumpen, die es in verschiedenen Ausführungen gibt, können die ideale Alternative sein. Sie nutzen die kostenlose, grüne Energie aus der Umwelt. Um die Vielfalt an Wärmepumpen wird es in Teil zwei unserer Serie „Heiztechnik im Fokus“ gehen.

Serie „Heiztechnik im Fokus“ Teil 2

Herr Kasper, welche verschiedenen Arten von Wärmepumpen gibt es denn?

Günther Kasper: Zunächst unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Wärmequellen. Das heißt, die Wärmepumpen beziehen ihre Energie aus unterschiedlichen Quellen: Luft/Wasser-Wärmepumpen entziehen der Umgebungsluft thermische Energie und setzen sie in Heizungswärme um. Sole/Wasser-Wärmepumpen nutzen thermische Energie aus dem Erdreich. An dieser Stelle noch eine kurze Erklärung zum Begriff Sole: Sole ist im Grunde ein Gemisch aus Salz, Wasser und Frostschutzmittel. Die Sole bei Wärmepumpen dient als Wärmeträger, der die thermische Energie in einem physikalischen Prozess an das Heizungswasser überträgt. Eine solche Flüssigkeit zirkuliert auch in Wärmepumpen, die ihre Energie aus dem Grundwasser erhalten. Diese werden dann als Wasser/Wasser-Wärmepumpen bezeichnet.

Gibt es Unterschiede innerhalb der einzelnen Betriebsarten?

Günther Kasper: Einige sogar! Fangen wir bei den Luft/Wasser-Wärmepumpen an: Sie gibt es in Ausführungen zur Innen- oder zur Außenaufstellung in Keller oder Garten – je nach örtlichen Gegebenheiten. Sie lassen sich überall problemlos installieren und fügen sich mit ihrem schicken, funktionalem Design optimal in die Umgebung ein. Moderne, hochwertige Modelle arbeiten besonders geräuscharm. Darüber hinaus gibt es die Luft/Wasser-Wärmepumpen ohne und mit aktiver Kühlfunktion. So kann die Wärmepumpe auch zur Gebäudekühlung genutzt werden – und schon lohnt sich die Investition doppelt. Übrigens: Luft/Wasser-Wärmepumpen sorgen nicht nur für die perfekte Wohlfühltemperatur, sondern erwärmen auch ihr Trinkwasser äußerst sparsam und effizient.

Wie unterscheiden sich dann hier Sole/Wasser- oder Wasser/Wasser- zur Luft/Wasser-Wärmepumpe?

Günther Kasper: Wie bei Luft/Wasser-Wärmepumpen gibt es auch bei der Sole/Wasser-Wärmepumpen Modelle, die im Sommer zum Kühlen des Gebäudes eingesetzt werden können. Der wesentliche Unterschied bei Sole/Wasser-Wärmepumpen liegt aber darin, dass die Wärmequelle mit einer Erdwärmesonde oder mit einem Erdwärme-, bzw. Flächenkollektor betrieben werden. Wie der Name schon sagt, entziehen Flächenkollektoren dem Erdreich großflächig die thermische Energie. Dafür werden sie ca. 1,2 m unterhalb der Erdoberfläche verlegt. Hierfür muss das ans Haus angrenzende Gelände unbebaut und der Garten frei von großen Gewächsen bleiben. Erdwärmesonden hingegen beanspruchen nicht viel Platz: Das Bohrloch hat meist einen Durchmesser von nicht mehr als 15 Zentimetern. Die Sonde holt sich die Energie aus bis zu 100 Metern Tiefe – je nach regionalen Gegebenheiten, bzw. der Bodenbeschaffenheit. Wasser/Wasser-Wärmepumpen entziehen über einen Schluckbrunnen dem Grundwasser die thermische Energie. Viele Sole/Wasser-Wärmepumpen können übrigens auch für den Wasser/Wasser-Betrieb genutzt werden, indem ein Zwischenwärmetauscher auf der Wärmequellenseite zusätzlich eingebaut wird. Wir sehen also: Wärmepumpen bieten viele verschiedene Betriebsmöglichkeiten.

Sole/Wasser-Wärmepumpen holen sich die thermische Energie aus dem Erdboden – mit flächigen Erdkollektoren oder tief im Erdreich sitzenden Sonden. (siehe Bild)

 

Und welche markanten Merkmale haben die Wärmepumpen von Kermi?

Günther Kasper: Da gibt es zum Beispiel unsere hocheffiziente Wärmepumpen-Familie x-change dynamic. Sie besteht aus Modellen für die Betriebsarten Luft/Wasser (zur Innen- oder Außenaufstellung), Sole-Wasser und Wasser/Wasser. Alle x-change dynamic Wärmepumpen überzeugen durch ihren sehr effizienten und flüsterleisen Betrieb. Die hohe Effizienz ergibt sich durch ihren – wie im vorhergehenden Beitrag erklärten – modulierenden Betrieb. Das heißt, dass sie ihre Leistung dem Wärmebedarf des Gebäudes optimal anpasst. In verschiedenen Baureihen sind sie auch mit integrierter Kühlfunktion erhältlich. Herausragend sind die Materialeigenschaften der x-change dynamic Modelle: Sie bestechen durch geringes Gewicht, sind enorm schallabsorbierend, robust und langlebig!
Unabhängig von den verschiedenen Wärmepumpentypen haben alle dynamic-Wärmepumpen viele nutzerfreundliche Merkmale: zum Beispiel die Power to Heat-Funktion. Das heißt, dass der überschüssige Strom einer Photovoltaikanlage für den Wärmepumpenbetrieb genutzt werden kann. Somit erzeugt man Wärme für sein Eigenheim und erhöht seinen Eigenverbrauchsanteil mit der PV- Anlage. Besonderen Komfort bietet auch der Einsatz der x-change Wärmepumpen innerhalb des Systems x-optimiert – inklusive Smart Home-Regelungstechnik, indem man Bedarfsgerecht sein  Energiemanagement individuell anpassen kann.

Wir haben nun verschiedene Betriebsarten kennengelernt. Welche ist die beste?

Günther Kasper: Welche Wärmepumpen-Technologie sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab – beispielsweise dem Standort, der Grundstücksgröße, persönlichen, individuellen Bedürfnissen oder den örtlichen Gegebenheiten. Klassisch wird der Wärmeerzeuger ja im Haus (Keller, Hauswirtschaftsraum o.ä.) aufgestellt – so auch die Wärmepumpen. Logisch, denn hier erfolgt eben die direkte Anbindung an Wärmespeicher und das Heizungs-Rohrnetz. Lediglich die Luft/Wasser-Wärmepumpen stellen eine kleine Besonderheit dar: Hier gibt es aufgrund der Nutzung der Umgebungsluft spezielle Modelle zur Außenaufstellung. Dies ist in puncto Investitionsaufwand und Kosten die günstigste und entsprechend auch am häufigsten umgesetzte Lösung. Sole/Wasser-Wärmepumpen sind durch Erschließung der Wärmequelle aufwändiger in der Installation, bieten dafür aber ein absolutes Maximum an Energieeffizienz. Diese Frage kann man also pauschal nicht so einfach beantworten – hier sind viele Details zu berücksichtigen. Es empfiehlt sich auf jeden Fall einen qualifizierten SHK-Fachhandwerker vor Ort zu Rate zu ziehen.

Natürlich kann man sich anhand einiger, detaillierterer Leitfragen überlegen, welche Wärmepumpe für wen am besten geeignet ist. Doch das ist ein Kapitel für sich und darum geht es dann in meinem nächsten Beitrag.
Vielen Dank Herr Kasper!

Serie „Heiztechnik im Fokus “ Teil 1: Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Serie „Heiztechnik im Fokus“ Tel 3: Welche Wärmepumpe passt zu mir?

 


Günther Kasper - Fachgebietsleiter Produktmanagement Wärmepumpensysteme

Interviewpartner – Günther Kasper

Ich bin Fachgebietsleiter Produktmanagement Wärmepumpensysteme und  ich befasse mich gerne mit Themen rund um Raumklima in Deinem Eigenheim.

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