Immer am Puls der Zeit – 7 Fragen an unsere Flachheizkörper-Experten

Kermi Interview Produktmanagement Flachheizkörper
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„Den Trend für die Branche vorgeben – das können und machen wir schon seit vielen Jahren“, so der Fachgebietsleiter Produktmanagement und Entwicklung für Flachheizkörper Hans-Jürgen Heigl (rechts im Bild). Das zeigen auch die aktuellen Zahlen: Bis heute wurden 75 Millionen Flachheizkörper weltweit installiert. Grund genug, um mit dem Fachgebietsleiter sowie dem Produktentwickler Florian Obermaier (links im Bild) über die Herausforderungen und Meilensteine der Kermi Heizkörper zu sprechen.

Herr Heigl, welche Vorstellung hatten Sie zu Beginn Ihrer Tätigkeit von Flachheizkörpern und wie hat sich diese im Laufe Ihrer langjährigen Verantwortung geändert?

Hans-Jürgen Heigl: Meine Vorstellung damals war, wie allgemein üblich, dass ein Flachheizkörper den Raum erwärmt und mittels Thermostat geregelt bzw. ein- und ausgeschaltet werden kann. Im Kern ist das natürlich richtig, aber zu einem technisch hochwertigen Qualitätsprodukt gehört selbstverständlich sehr viel mehr. So wurde mir schnell bewusst, dass hinter wasserdurchströmten Platten, Strahlungsflächen und Konvektionsblechen sehr viel mehr steckt als ich mir zu Beginn dachte. Nämlich viel Knowhow am Produkt und über die komplette Prozesskette hinweg. Das musste über viele Jahre aufgebaut und stetig weiterentwickelt werden. Ohne diesen kontinuierlichen Entwicklungsprozess könnten wir sicher nicht den aktuell beispiellosen hohen Standard an Effizienz und Qualität bei unseren Flachheizkörpern bieten.

Herr Heigl, was denken Sie, warum wir bis heute über 75 Millionen Flachheizkörper von Kermi verkaufen konnten?

Hans-Jürgen Heigl: Da gibt es sehr viele Gründe. Einer ist sicher, dass wir als Unternehmen schon sehr früh, gegen Ende der 1960er Jahre, in das Produktsegment Flachheizkörper eingestiegen sind. Damit waren wir sozusagen von Anfang an dabei, als Flachheizkörper den Markt eroberten. Kermi Flachheizkörper prägen somit seit Jahrzehnten die Branche im In- und Ausland.

Wenn der Begriff „Flachheizkörper“ fällt, assoziiert man damit in den meisten Fällen die Marke Kermi.

Das alleine reicht natürlich nicht aus, um erfolgreich am Markt bestehen zu können. In den vielen Jahren im Flachheizgeschäft standen die Anforderungen unserer Kunden verbunden mit den sich verändernden Rahmenbedingungen und Anforderungen an die Gebäude immer im Mittelpunkt der Entwicklungen und Entscheidungen. Die stetige Weiterentwicklung unserer Produkte aber auch die Optimierung der Prozesse hat bis heute für uns oberste Priorität. Darüber hinaus reagieren wir schnell auf Bautrends und die Anforderungen am Markt. Der Aspekt einer vollumfänglichen Modellpalette und kurzfristigen Lieferfähigkeit spielt dabei eine tragende Rolle.

Gibt es eine oder mehrere Entwicklungen, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind, Herr Obermaier?

Florian Obermaier: Ja, auf alle Fälle. Als erstes muss ich da an die Einführung der pantentierten x2-Technologie im Jahr 2005 denken. Durch die serielle Durchströmung in unseren x2-Flachheizkörpern können wir höchste Energieeffizienz garantieren. Das wissen unsere Kunden sehr zu schätzen. Damit sind wir bis heute absoluter Technologieexperte am Markt. Was aber natürlich auch ein großer Bestandteil der Entwicklungen der letzten Jahre war, ist der Ausbau unseres Portfolios. Eine umfassende Variantenvielfalt ermöglicht es uns, für jede Anforderung die passende Lösung zu haben. Neben den profilierten Varianten kamen glatte Oberflächen und Vertikalheizkörper hinzu. In Zahlen sind das 16 verschiedene Bauhöhen, 18 verschiedene Baulängen und ganze 240 Basisfarben. Hierzu kommen noch acht verschiedene Typen und 10 verschiedene Anschlussvarianten. Da sollte dann aber wirklich für jeden etwas dabei sein.

Kermi Interview Produktmanager und Entwickler
Ein perfektes Team wenn es um die Umsetzung neuer Ideen geht (v.l. Hans-Jürgen Heigl, Fachgebietsleiter Produktmanagement und Entwicklung Flachheizkörper und Florian Obermaier, Produktentwickler)

Also gibt es zahlreiche Design-Varianten. Die Grundform des Heizkörpers ist über die Jahre recht ähnlich geblieben. Wieso sieht ein Heizkörper eigentlich so aus, wie er aussieht Herr Obermaier?

Florian Obermaier: Das ist eine berechtigte Frage. Grundsätzlich ist das Aussehen natürlich sehr zweckgebunden. Man benötigt wasserdurchströmte Platten, Konvektionsbleche innen und genügend Oberfläche als Strahlungsfläche außen. Die thermische Energie, entstanden durch das erwärmte zirkulierende Wasser, kann so an die Umgebung abgegeben werden und die Raumluft erwärmen. Die Physik gibt also im Grunde die Bauform vor. Alles darüber hinaus ist dann Design wie beispielsweise bei unseren Bad- und Designheizkörpern oder auch bei unseren Flachheizkörpern in Plan und Line Ausführung.

Unsere Heizkörper sind auch zertifiziert. Aber mal frech gefragt, Herr Obermaier, werden das nicht alle?

Florian Obermaier: Das ist richtig. Auch andere Marktteilnehmer haben zertifizierte Flachheizkörper, aber bei weitem nicht alle. Ein Zertifikat steht für sehr hohe Qualitätsanforderungen und hat dementsprechende interne und externe Bedeutung. Unsere selbst auferlegten Qualitätsansprüche an unsere Flachheizkörper übersteigen weit das Niveau, was ein Norm- oder Zertifizierungsprogramm vorgibt. Noch dazu werden unsere Produkte jedes Jahr von einem unabhängigen Auditor unter die Lupe genommen. So sind fixe Prozesse einfach ein Bestandteil unseres Arbeitsalltages und das Bewusstsein für ein absolut hohes Qualitätslevel steht so an oberster Stelle. Dafür stehen wir als Marke eben auch.

In welchen Ländern werden eigentlich unsere Heizkörper verkauft und gibt es da Unterschiede in den Anforderungen an das Produkt Herr Heigl?

Hans-Jürgen Heigl: Etwa die Hälfte unserer in Plattling produzierten Flachheizkörper verkaufen wir in unseren Exportmärkten. Beispielhaft erwähnen möchte ich hier die Märkte Russland, Polen, Frankreich, und China. Aber auch zahlreiche kleinere Länder sind für uns von großer Wichtigkeit. Und ja es gibt in internationalen Märkten sehr spezifische Anforderungen an unsere Produkte. Neben unterschiedlichen Betriebsbedingungen wie z.B. Temperaturniveau und Betriebsdruck kommen normierende Aspekte wie spezielle Anforderungen an Blechdicke und Ausgangsmaterial hinzu. Zudem sind die Baustoffe in den internationalen Märkten nicht gleich, was sich dann im Thema der Wandbefestigung niederschlägt. Um international erfolgreich bestehen zu können, haben wir unser Team intern selbstverständlich darauf ausgerichtet.

Wie stehen Sie zum Thema Nachhaltigkeit und wo denken Sie, werden die Entwicklungen in der Zukunft hingehen? Welche Eigenschaften muss für Sie ein zukunftssicherer Heizkörper erfüllen?

Hans-Jürgen Heigl: Ich stehe der Zukunft sehr optimistisch und neugierig gegenüber. Es wird mit Sicherheit viele Veränderungen geben. Wenn man an die letzten Jahre zurückdenkt, hat es viele neue Bautrends gegeben. So wird auch das Thema der Nachhaltigkeit in Zukunft eine sehr große Rolle spielen, für Privatpersonen und Unternehmen. Damit meine ich generell den Einsatz von Materialien, die Prozessketten und auch die Veränderungen hinsichtlich der Effizienz unsere Gebäudetechnik. Außerdem werden sich die Themen Heizen mit Strom und regenerative Energien mehr und mehr in der Gesellschaft etablieren. Anforderungen von morgen beeinflussen bereits heute unsere Weiterentwicklung der Produkte.
Florian Obermaier: Das sehe ich genauso. Trends werden wieder neu gesetzt und Produkte werden laufend optimiert. So muss auch unsere Produktentwicklung fortschreiten. Stetiges Dazulernen hinsichtlich der Elektrotechnik wird in den nächsten Jahren mit Sicherheit einen großen Teil unserer Arbeit ausmachen. Knowhow muss ständig ausgebaut werden. Dabei wird von meinen Kollegen und mir viel abverlangt werden. Aber genau das macht unseren Job ja aus. Langeweile kommt sicher nie auf.

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