Zuhause durchatmen: Was ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung?

kontrollierte Wohnraumlüftung von Kermi

    Wer kennt es nicht? Morgens nach dem Schlafen oder abends, wenn man nach Hause kommt: dicke Luft – es ist muffig in den eigenen vier Wänden. Der erste Weg geht daher bei vielen zu den Fenstern. Andere entscheiden sich für ein unangenehm riechendes, aber warmes Zuhause. Auch die Heizkosteneinsparung scheint hier wichtiger als frische Luft zu atmen. Es gibt aber auch einen dritten Weg: das kontrollierte Lüften – mit einer Wohnraumlüftung. Wie eine kontrollierte Wohnraumlüftung genau funktioniert, erklärt euch heute Christian Freundorfer. Er ist bei Kermi Experte für die perfekte Raumluft und hat Antworten auf die häufigsten Fragen. Also freut euch auf den ersten Teil unserer Serie zu dem vielseitigen Thema der Wohnraumlüftung.

    Serie „Zuhause durchatmen“ Teil 1

    Herr Freundorfer, wofür benötigt man eigentlich eine kontrollierte Wohnraumlüftung?

    Christian Freundorfer: Wir benötigen eine kontrollierte Wohnraumlüftung zum einen, um Feuchtigkeit und Gerüche aus dem Eigenheim hinaus zu transportieren. Im täglichen Leben führen wir der Raumluft durch unser Duschen, Waschen und Atmen viel Feuchtigkeit zu. Das führt zu Schimmelbildung und schädigt auf Dauer die Bausubstanz und auch die Gesundheit. Diese überschüssige Feuchtigkeit kann dank einer kontrollierten Wohnraumlüftung nach außen transportiert und durch frischer Luft ersetzt werden. Bei Gerüchen funktioniert das genauso: Ich koche zum Beispiel sehr gerne. Der Duft nach geschmorten Zwiebeln für die Bratkartoffeln mag zwar den Appetit anregen, der bleibende Geruch im Haus ist hingegen eher unangenehm. Deshalb wollen wir diesen schnell wieder gegen frische Luft eintauschen. Und diese steigert durch einen wieder höheren Sauerstoffanteil unser Wohlbefinden. Wir benötigen also eine kontrollierte Wohnraumlüftung, um unser Luft- und auch Lebensqualität zu steigern.

    Mit dem Thema kontrollierte Wohnraumlüftung verbindet man häufig verschiedene Begrifflichkeiten. Können Sie uns die Wichtigsten kurz erklären, Herr Freundorfer?

    Christian Freundorfer: Ganz allgemein unterscheidet man ja, wie bereits kurz bei unserem ersten Gespräch erläutert, zwischen der zentralen und der dezentralen Wohnraumlüftung.

    Beiden Systemen gemein sind folgende Funktionen bzw. Begrifflichkeiten:

    • Außenluft: Das ist die Luft vor eurer Haustür. Diese kann, je nach Wohnlage, mit Schadstoffen – wie bspw. Auto-Abgasen – oder Pollen versetzt sein.
    • Zuluft: Die Zuluft ist die Luft, die in die Wohnräume strömt. Sie entspricht eurer Außenluft, aber sie ist bereits gefiltert und temperiert. Dafür passiert sie den Wärmeübertrager im Lüftungsgerät, der die Wärmeenergie der Abluft auf die Außenluft überträgt und so zur Zuluft wird.
    • Abluft: Als Abluft wird die verbrauchte und belastete Luft bezeichnet, die aus den Wohnräumen befördert werden soll. Sie ist feucht, hat einen erhöhten C02-Anteil und riecht auch nicht mehr gut. Passiert die Abluft das Lüftungsgerät, so wird deren Wärmeenergie genutzt, um die Außenluft zu temperieren.
    • Fortluft: Als Fortluft wird die verbrauchte Luft bezeichnet, die bereits das Lüftungsgerät und den Wärmeübertrager passiert hat. Es ist somit die verbrauchte Luft, die bereits ihre Wärme abgegeben hat und nach außen geführt wird.

    Und das bedeutet nun in der Funktionsweise konkret? Also beispielsweise bei einer zentralen Lüftung?

    Christian Freundorfer: Bei diesem ständigen Luftwechsel – wie soeben erklärt – befindet sich das eigentliche Lüftungsgerät auf dem Dachboden, im Keller oder versteckt in Schränken im Wohnraum. Über angeschlossene Lüftungskanäle wird die Abluft aus Küche und Badezimmer kontinuierlich abgeführt. Im Lüftungsgerät sorgt ein Wärmeübertrager dafür, dass bis zu 90 Prozent der Energie der belasteten Abluft an die Außenluft übertragen wird. Dank dieser Wärmerückgewinnung strömt die Zuluft wohltemperiert in Schlaf- und Wohnbereiche. Dieser ständige Zyklus zwischen Außenluft, Zuluft, Abluft und Fortluft erfolgt natürlich absolut leise und ganz ohne Zugluft.

    zentrale Wohnraumlüftung Kermi
    Skizze: Funktionsprinzip einer zentralen Wohnraumlüftung

     

    Was ist eine dezentrale Wohnraumlüftung und wie funktioniert diese?

    Christian Freundorfer: Wie der Name bereits aussagt, werden bei diesem System die Räume „dezentral“ belüftet – also die Lüftungsgeräte befinden sich in den einzelnen Räumen. Direkt in der Außenwand installiert sorgen sie für einen Luftaustausch. In der Funktionsweise gibt es dann unterschiedliche Varianten: Klassisch wären dies die Einzelraumbelüftung oder der Pendelbetrieb – die x-well D12 Lüftungsgeräte von Kermi arbeiten bspw. im Pendelbetrieb. Hierbei wird im Wechsel über die verschiedenen Räume durch die Lüftungsgeräte erneut Außenluft angesaugt, gefiltert und in den Raum abgegeben, dann wieder die verbrauchte Luft nach außen abgeführt. So entsteht auch wieder ein Luftwechsel-Zyklus über die ganze Wohnung oder das Haus. Wie auch bei der zentralen Wohnraumlüftung kann ein Wärmeübertrager für eine Temperierung der Zuluft sorgen. Wie so ein dezentrales Lüftungssystem aufgebaut ist, seht ihr in diesem kurzen Video: https://youtu.be/FXCMTfcUjqk

    dezentrale Lüftung Kermi
    Skizze: Funktionsprinzip einer dezentralen Wohnraumlüftung

     

    Ein Wärmetauscher sorgt also für die Temperierung der Zuluft – zur kälteren Jahreszeit ja sehr nützlich. Aber wie funktioniert die Wohnraumlüftung dann hier im Sommer?

    Christian Freundorfer: Auch im Hochsommer ist eine Wohnraumlüftung sehr praktisch, denn dank ihr kann eine extreme Aufheizung des Wohnraumes vermieden werden. Ein sogenannter Sommerbypass sorgt dafür, dass der Wärmetauscher umgangen wird. So gelangt beispielsweise die kühle Nachtluft gefiltert, aber nicht temperiert in die Wohnräume. Auch ziemlich praktisch oder?

    Vielen Dank, Herr Freundorfer! Wir freuen uns auf das nächste Interview mit Ihnen zu den konkreten Vorteilen einer Wohnraumlüftung.

     

    Serie „Zuhause durchatmen“ Teil 2: Was sind die Vorteile einer kontrollierten Wohnraumlüftung?

    Serie „Zuhause durchatmen“ Teil 3: Welche Optionen gibt es beim Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung?



    Interviewpartner – Christian Freundorfer

    Ich bin Produktmanager für Wohnraumlüftung und ich befasse mich gerne mit Themen rund um das Raumklima in Deinem Eigenheim.

     

    3 Answers

    1. Melitta Hausteiner
      10. Juni 2018 at 14:32

      Bitte können Sie mir sagen, wieviele Lüftungsgeräte gewöhnlich in 1 Raum installiert werden müssen?
      Es geht bei meiner Wohnung um einen Schlafraum, 13 qm groß, Raumhöhe 2,80, und um einen Wohnen-Essen-Kochen-Raum , 30 qm groß, Raumhöhe 2,80 m.
      Vielen Dank!

      1. Steffi Hofinger
        12. Juni 2018 at 7:48

        Hallo Melitta, vielen Dank für deine Nachricht. Um eine genaue Aussage zur Anzahl der benötigten Lüftungsgeräte treffen zu können, sind in der Regel mehr Angaben nötig. Am besten ist es, dich an den zuständigen Fachhandwerker in deiner Nähe zu wenden. Vielleicht ist dir hierbei unsere Fachpartnersuche unter https://www.kermi.de/raumklima/ hilfreich. Liebe Grüße, Steffi

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